Sonntag, 17. Mai 2015

Orakel. Geschichte, Mythos und Gedanken.

Es begann in Griechenland, dort wo die Götter, Auserwählten die Gabe der Wahrsagung verliehen. Die Botschaften waren aber oft verwirrend, missverständlich und verschlüsselt.

Der Wunsch der Griechen aber war, die Zukunft deutlich vorauszusehen und ihr erfinderischer Geist half, die Kunst des Orakels zu perfektionieren. Auserwählte wurden verehrt und in Orakelstätten, an Heilige Orte und Tempeln. Untergebracht. Die Alten haben den Neuen die Heilige Kunst weitergeben somit sind Traditionen entstanden. Die Wahrsagung wurde zur erlernbaren Wissenschaft entwickelt.
Im antiken Griechenland war den Griechen jedes Mittel recht, um in die Zukunft zu sehen bzw. sie deuten zu können. So sind um die 260 verschiedene Deutungsarten entstanden. Die bekanntesten Methoden der Orakelbefragung waren unter anderem die Traumdeutung, das Rauchlesen, die Astrologie und die Deutungen anhand der Wetterverhältnisse. Dazu dienten die Wolkenbildungen und die Eingeweide geopferter Tiere.
Orakel haben Offenbarungen eines Gottes übermittelt, Träume waren göttliche Botschaften und das Rauchlesen wurde als Entscheidungshilfe für zukünftige Pläne, auf Basis tiefer religiöser Trancezustand genutzt.
Zu den bedeutendsten Orakelstätten gehören das Orakel von Dodoni, Klaros, Didyma, Olympia, Ephyra und das Orakel von Delphi, was die wichtigste Rolle im antiken Griechenland spielte. Einige waren dem Dichtergott Apollon ( Sohn Zeus) geweiht. Dieser besaß die meiste geheimnisvolle göttliche Macht.
Was genau sind Orakel eigentlich?
Wozu wurden diese genutzt?
Wo genau befinden sie sich?
Schauen wir uns dazu mal die Kurzgeschichten der Orakel an:
ORAKEL SIND EIN HEILIGTUM!!!
Orakel sind Orte von zentraler und sehr wichtiger religiöser Bedeutung und im antiken Griechenland überall verstreut und präsent. Dennoch gibt es ein paar sehr berühmte Orakel, die wir hier nennen werden aufgrund ihrer großen historischen Bedeutung.
Das Orakel von Dodoni
Der Ort Dodoni befindet sich in Epirus. 18 km von der Stadt Ioannina am Fuß des Berges Olytsika.
Ein sehr angesehener Ort neben Delphi. Nicht nur wegen des ältesten Orakels, sondern auch wegen des bekannten Amphitheaters. Gläubige Menschen kamen aus der gesamten griechischen Welt um die Götter um Rat zu fragen. Um eine Deutung zu erhalten waren drei Dinge ein Muß:
1) drei Tage vorher fasten
2) sich an der nahegelegenen Quelle zu reinigen
3) die Bitte in eine bestimmte Tafel entweder aus Blei oder Bronze einzugravieren
Die Deutungen wurden nur von Männern bzw. Priestern gesprochen, obwohl es auch Priesterinnen gab, an der Zahl genau drei. Zu seiner großen Bekanntheit kam es durch das Totenorakel und trotz seiner entgültigen Zerstörung, hat es diese Bekanntheit bis heute nicht verloren.
Das Orakel von Klaros
Der Ort Klaros befindet sich in Ionien. 13 km von der Stadt Kolophon an der Westküste von Kleinasien (heutige Türkei). Klaros war ein Heiligtum von Apollon, auf einem Gebiet, dessen Stadt berüchtigt war für seinen Reichtum und Luxus. Bekannt auch für die Traumdeutung, dieses wurde unter anderem auch von Alexander dem Großen aufgesucht um einen seiner Träume deuten zu lassen. In seinem Traum gründet er den Berg Pagos. Die Deutung des Orakels forderte ihn auf die Stadt Smirni aufzubauen. Klaros ist das einzige Orakelheiligtum der Antike, dessen Orakelkammern bis heute erhalten blieben.
Das Orakel von Olympia
Der Ort Olympia liegt auf der Halbinsel Peloponnes. Olympia eine der berühmtesten Wettkampfstätte und in der Antike der Austragungsort der Olympischen Spiele. Eine heilige Stätte, in der Siege durch Weissagungen des Orakels erzielt wurden. Als Totenorakel ein gefragtes, aber kein gewöhnliches Orakel, das in Kriegsangelegenheiten erfolgreiche Deutung gab.
Das Orakel von Delphi
Der Ort Delphi liegt nordöstlich der Hafenstadt Patra, jenseits des Golfes von Korinthos. Delphi die berühmte griechische Weissagungsstätte. Zentrum der Antike, Siedlung und Kultstätte seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. Bekannt durch die pythischen Spiele dessen sportliche Wettkämpfe zur Ehre Apollons stattfanden das lange Zeit der religiöse Mittelpunkt der gesamten griechischen Welt war. Dort gab es Auskunft an die Menschen in kultischen und politischen Fragen aber auch Sühnemaßnahmen bei Blutschuld wurden angeordnet. In Delphi weissagte den um Rat Suchenden eine Priesterin, auch Pythia genannt. Pythia war ein Medium, welches als einzige Frau den Apollontempel betreten durfte. Bei politischen Angelegenheiten vielen die Formulierungen zweideutig aus und dennoch ist die Orakelgläubigkeit der damaligen Zeit bewiesen.
Die ersten Wahrsager und Hellseher
Herophile - Sie war die Tochter des Gottes Zeus und der Lamia. Sie gilt als die erste Sibylle (oft gleichgesetzt), eine Prophetin, die auf einem Felsen saß und unaufgefordert ihre Voraussagen sang. Seherin von Erythrai (Kleinasien) - Sie war die berühmteste Sibylle in der Antike Griechenlands und hat den Fall der Stadt Troja durch die griechische Allianz vorausgesehen. Sie war so gut, daß sie den Tod durch Apollons Pfeil gefunden hat, weil Gott auf ihre Fähigkeiten neidisch war.
Kassandra - Sie war die Tochter des trojanischen Königs Priamos, Schwester von Hektor und Paris. Der Gott Apollon verliebte sich in sie, und schenkte ihr die Gabe die Zukunft vorauszusehen. Kassandra betrog ihn aber kurz danach mit einem Sterblichen. Daraufhin belegte Apollon, Kassandra mit dem Fluch. Kein Mensch mehr, sollte an ihren Voraussagen glauben, geschweige denn sie ernst nehmen. So warnte Kassandra vergebens die Trojaner vor dem trojanischen Pferd der Griechen. Sie glaubten ihr kein Wort, die Geschichte nahm seinen Lauf und Troja ging unter.
Pythia - Sie war die Priesterin im Tempel von Delphi. Ihre sehr präzisen Voraussagen erfolgten anhand des Rauchlesens. Oft mussten die pythischen Sprüche noch gedeutet werden, da die Menschen nicht in der geistigen Lage waren, die göttliche Sprache richtig zu interpretieren. Sie saß auf einem Dreifuß, der über einer Erdspalte stand, aus dem Rauchwolken empor stiegen. Sie war so erfolgreich und berühmt für ihre Voraussagen, das nach ihrem Tod, das Orakel zum Heiligtum erklärt wurde. Dort wurden anschließend für viele Jahrhunderte Pythien ausgebildet, die diese Dienste geleistet haben.
Sybille von Cumae - In der Nähe von Neapel (Italien) In einer Sibyllengrotte, nach alter griechischer Tradition, hat diese berühmte Sybille ihren Voraussagen anhand der Traumdeutung und des Rauchlesens gedeutet. Mit sehr großem Erfolg. Man behauptet sogar, der römische Kaiser Augustus habe diese Grotte besucht. Sybille von Cumae war die Erste unter den Sybillen, die nach griechischer Tradition, außerhalb Griechenlands ihre Gabe getätigt hat. Viele Weitere in ganz Europa werden ihr in den Nächten, Jahrhunderte lang folgen.
Orakel und Realität im antiken Griechenland
Orakelskeptiker, Politiker und Philosophen! Passt das alles überhaupt zusammen? Im antiken Griechenland schon. Griechische Philosophen wie Platon ( Schüler von Sokrates), Aristoteles (Lehrer von Alexander der Große) und Artemidor von Daldis befassten sich mit Traumdeutungsbücher, denn sie glaubten es seien göttliche Botschaften. Selbst die hartnäckigsten und größten Skeptiker, die alles in Frage stellten, teilten diesen Glauben. Die Traumdeutung und das Rauchlesen haben sogar heute noch einen bevorzugten Platz eingenommen als sehr zuverlässige Deutungsarten. Kein anderes Volk als die antiken Griechen haben die paranormalen Phänomene so intensiv geforscht. Ihr ganzes Wissen wurde später durch die Römer übernommen und in der ganzen damaligen Welt bekannt gemacht, aber auch weiterentwickelt. Nach dem Fall Roms, bis zum Ende des Mittelalters ist dieses Wissen zum Teil verloren gegangen oder ins vergessen geraten.
Trotzdem ist etwas aus dem Glanz der alten Griechen immer noch geblieben. Astrologie, Traumdeutung und zum Teil das Rauchlesen sind heute sehr verbreitet und werden immer beliebter nicht nur in Europa sondern auf der ganzen Welt.

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